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  • AutorenbildAli Dönmez

Sprachenportrait: Erweiterung

Kinder kommen nicht „leer“, sprachlos, in unsere Bildungseinrichtungen, sie bringen vielmehr Sprachen mit.“ Hans-Jürgen Krumm.


Wer sich mit Mehrsprachigkeit in der Schule beschäftigt, hat vermutlich schon einmal vom Sprachenportrait gehört. Weltweit setzen unzählige Lehrpersonen diese Methode ein, um Schüler*innen Mehrsprachigkeit in einem positiven Licht zu vermitteln und Sprachbewusstheit zu fördern. Eine ausführliche Beschreibung vom Einsatz der Sprachenportraits findet ihr hier:



In diesem kurzen Beitrag möchte ich meine Erweiterung zu Sprachenportraits vorstellen. Ich setze sie in meinen Workshops mit Jugendlichen, Studierenden und auch Lehrpersonen ein. Um Sprachenportraits hier nochmal kurz zusammen zu fassen:


Wir zeichnen eine Silhouette auf unser Blatt, die uns repräsentiert. Anschließend versuchen wir mit unterschiedlichen Farben all die Sprachen aufzumalen, die sich in unserem Körper an unterschiedlichen Orten befinden.


Genau hier setzt meine Erweiterung an. Nachdem wir mit dem Anmalen fertig sind, besprechen wir die Sprachenportraits. Schüler*innen geben die verschiedensten Gründe an, warum sie welche Sprachen gemalt haben. Sprachen, die sie an ihre Familie, Freundinnen und Freunde erinnern. Sprachen, in denen sie Musik hören, tanzen und Serien schauen. Sprachen, in denen sie beten, lesen, spielen. Und für jede Erfahrung, die sie teilen, versuchen wir gemeinsam eine Überschrift zu finden. Diese schreiben wir auf eine Karte und befestigen sie mittels Magnet an der Tafel. Die Begriffe sind zunächst bunt gemischt und durcheinander. Begriffe wie Familie, Reisen, Musik, Freizeit, Gefühle, Heimat, Kultur, Religion, Serien und viele weitere schmücken die Tafel.


Nachdem wir zahlreiche Überschriften gesammelt haben, ordne ich sie mit Hilfe der Klasse. Welche Begriffe sollen nahe beieinander sein? Am Ende entsteht ein zusammenhängendes Bild wie hier unten.



Ich schließe mit folgender Zusammenfassung ab:

Sprache ist nicht bloß "Baum" auf Deutsch, Türkisch oder Albanisch zu sagen.“ Sprache sind all die Begriffe, die auf der Tafel stehen, und noch viele mehr.


Sprache ist ALLES!

Schätze ich die Sprache eines Menschen wert, schätze ich ALLES wert!

Schließe ich die Sprache eines Menschen aus, schließe ich ALLES aus!

Wenn wir Schüler*innen vermitteln, dass in der Schule bestimmte Sprachen keinen Platz haben, vermitteln wir ihnen, dass alles, das auf der Tafel zu sehen ist, keinen Platz in der Schule hat. Wir vermitteln Schüler*innen, dass sie keinen Platz in der Schule haben.


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